"Schlaue Mädchen - dumme Jungs?!" Der Einfluss von negativen Stereotypen über Jungen auf Leistung, Motivation und Gruppenprozesse im Klassenzimmer
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Die schulischen Leistungen von Jungen sind in den vergangenen Jahren nicht nur deutlich stärker in den Forschungsfokus geraten, sondern wurden auch in den Massenmedien breit diskutiert (Weaver‐Hightower, 2003). Zentraler Inhalt des öffentlichkeitswirksam geführten Diskurses ist, dass Jungen relativ zu Mädchen zurückgefallen sind, so dass sie heute, im Unterschied zu der Si-tuation in früheren Kohorten, weniger hochwertige Schulabschlusszertifikate erwerben als Mäd-chen. Empirisch lässt sich feststellen, dass Jungen mit ansteigendem Ausbildungsniveau immer weniger vertreten sind. So besuchen die Hauptschule mehr Jungen als Mädchen, hingegen das Gymnasium mehr Mädchen als Jungen. Bezüglich akademischer Leistungen kann festgehalten werden, dass Jungen in der Lesekompetenz – einer Schlüsselkompetenz für den akademischen Erfolg – deutlich geringere Leistungen aufweisen als Mädchen, während allerdings in der Mathe-matik ein vergleichsweise geringerer, aber signifikanter Leistungsvorsprung zugunsten der Jun-gen besteht. Insofern ist das durch die Medien propagierte generelle Stereotyp über den männli-chen Schulversager nicht angemessen, da sich die Kompetenzen von Mädchen und Jungen unver-ändert in Abhängigkeit der Geschlechtskonnotation der fachlichen Domäne voneinander unter-scheiden.
Project Details
- Project Type
- Dissertation
- Subject Group
- Law, Economics and Social Sciences
- Subject Classification
- Psychology
- End
- 2014
Organization
- Faculty/Central Institute
- Education and Psychology
- Institute/Seminar
- Friedrich-Meinecke-Institut
- Field/Work Area
- Department of School and Teaching Research
Project Team
- Director
- Dr. Martin Latsch
Keywords
gender disparities; school; stereotype threat; social identity
Publications
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000098108