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Portal „Datensammlungen Geschlechterforschung”

Die Fabrikation der "deutschen Frau" als Humanressource im Nationalsozialismus

Abgeschlossen

Kurzbeschreibung

Mit der Analyse von Machtwirkungen, die im Zusammenhang mit der Herstellung von gelehrigen Körpern und der Nutzung von Individuen stehen, berührt die Arbeit die zentrale Frage des (Human Ressource) Managements nach der Transformation menschlichen Arbeitsvermögens in kontrollierbare und berechenbare Arbeitskraft und damit in tatsächlich erbrachte Arbeit. Diese Frage adressiert die grundsätzliche Spannung im Verhältnis zwischen dem Individuum und der Organisation. Die Forschungslücke, die mit dieser Arbeit geschlossen werden soll, ist die genaue Betrachtung der Verfertigung von weiblichen Humanressourcen, und zwar im Hinblick darauf, dass Frauen als engagierte und hingebungsvolle Beschäftigte gewünscht sind, während an sie gleichzeitig widersprüchliche und sich ändernde Anforderungen im Hinblick auf Erwerbsbeteiligung und Familienarbeit gestellt werden. Im Zentrum der Untersuchung steht die historische Phase des Nationalsozialismus, die in vielerlei Hinsicht ein extremes Beispiel für die Organisationsforschung darstellt. An Quellen aus dieser Zeit werden die diskursiven Praktiken analysiert, die zur Fabrikation der deutschen Frau im Nationalsozialismus führen, sowie die Veränderung des Ideals im Zeitraum der nationalsozialistischen Herrschaft. Es wird gezeigt, dass der Staat als oberster Manager aller Humanressourcen agierte und wie er die deutsche Frau organisierte und verwaltete. Zugleich werden die widersprüchlichen Prozesse deutlich, in denen Frauen als arbeitende Frauen hervorgebracht wurden und sich selbst hervorbrachten. In der Analyse geht es insbesondere um die Spannungen und Ambivalenzen weiblicher Identitätskonstruktion sowie um die Zurichtung des weiblichen Arbeitsvermögens, die Schaffung von gelehrigen Körpern und die umfassende Nutzung der deutschen Frau als Humanressource. Durch die Betrachtung dieser Praktiken als vergeschlechtlichte Praktiken wird die Hervorbringung der organisationalen und gesellschaftlichen Geschlechterordnung akzentuiert. Es wird zudem gezeigt, welche subjektivierenden und objektivierenden Machtwirkungen mit dem diskursiv geformten Ideal der deutschen Frau in Verbindung stehen. In der Arbeit wird die Untersuchung von Quellentexten mit der des historisch-politischen, des ökonomischen und des institutionellen Kontexts verbunden. Der institutionelle Kontext ist von besonderem Interesse, da die Frauen in ein dichtes Netz nationalsozialistischer Organisationen eingebunden waren, deren Anspruch es war, die Frauen ein Leben lang zu erziehen. Dieser Kontext formt ein „Gelände“ mit einer spezifischen Topographie, in das die Diskurse zur deutschen Frau eingebettet sind.

Projektdetails

Projektart
Dissertation
Fachgruppe
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Ende
2019

Einrichtung

Fachbereich/Zentralinstitut
Wirtschaftswissenschaft

Projektteam

Publikationen

https://www.opend.org/dissertation/die-fabrikation-der-deutschen-frau-als-humanressource-im-nationalsozialismus

Forschende