Travesti Performances in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Meine englischsprachige Dissertation im Fach Kulturanthropologie befasst sich mit der Bedeutung der politisch-kulturellen Grenze für die Kulturproduktionen und Biografien von Performance-Künstler_innen aus Tijuana, die ihre Geschlechtsidentitäten jenseits der Kategorien 'männlich' und 'weiblich' verorten und dies innerhalb ihrer künstlerischen Arbeiten thematisieren. Die Körper und Werke der Performance-Künstler_innen bilden einen Schnittpunkt geschlechtlicher und politischkultureller Zwischenräume, der innerhalb der Performances reflektiert und im Rahmen der Doktorarbeit analysiert wird. Performance-Kunst wird hierbei als Möglichkeit verstanden, die eigene Position für andere sicht- und erfahrbar zu machen, Diskurse zu beeinflussen und auf diese Weise einen Wandel sozialer Realitäten zu erwirken. Das Projekt fokussiert sich auf drei Fallanalysen, nämlich auf lucha libre exótica, repräsentiert durch luchador tijuanense Ruby Gardenia, sowie auf travesti Schönheitswettbewerbe und shows de travesti/drag shows, die jeweils im Stadtzentrum von Tijuana präsentiert werden. Grundlegend ist in diesem Zusammenhang die Hypothese, dass zwischengeschlechtliche Performance-Künstler_innen den politisch-kulturellen Grenzraum in ihren Werken reimaginieren und somit zu einer Transformation desselben beitragen. Ein zentrales Interesse dieser Arbeit gilt dabei dem Aspekt von Handlungsmacht zwischengeschlechtlicher Grenz- Subjekte im Spannungsfeld von Intersektionalitäten. Die Dissertation basiert auf Ergebnissen ethnographischer Feldforschungen, die zwischen 2006 und 2011 in Tijuana und San Diego durchgeführt wurden. Im Rahmen dieser Forschungen habe ich verschiedene Forschungsmethoden (z.B. Teilnehmende Beobachtung, Qualitative Interviews, Analyse und Präsentation von Performances, Fotografie) miteinander kombiniert und diskutiere sie innerhalb des theoretisch-methodologischen Kapitels der Dissertation als “(Trans)Border Methodology”. An der Schnittstelle zwischen Postkolonialen Theorien und Queer Theorien angesiedelt, leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zum Austausch zwischen diesen beiden Theoriefeldern und trägt durch seine transdisziplinäre Ausrichtung zu einer gezielteren Erforschung geschlechtlicher und kultureller Identifikationsprozesse in einem vielfältigen Zwischenraum bei.
Projektdetails
- Projektart
- Dissertation
- Fachgruppe
- Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Fachliche Zuordnung
- Sozial- und Kulturanthropologie
- Beginn
- 2010
- Ende
- 2013
- Finanzierung
- Internationales Graduiertenkolleg "Zwischen Räume"
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Lateinamerika-Institut
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Altamerikanistik/Kulturanthropologie
Projektteam
- Leitung
- Dr. Tabea Huth (Post-Doc)
Schlagwörter
Tijuana; Homosexualität; Transvestit; Aufführung
Publikationen
https://books.google.de/books/about/Travesti_Performance_in_the_Mexican_Bord.html?id=4YsOjwEACAAJ&redir_esc=y
Forschende
-
Dr. Tabea Huth (Post-Doc)
Ehemalig