Sind Jungen die neuen Bildungsverlierer? Empirische Evidenz, mögliche Ursachen und pädagogisch-psychologische sowie bildungspolitische Schlussfolgerungen
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Mit dem Forschungsprojekt soll die derzeit öffentlichkeitswirksam geführte Diskussion um eine mögliche Benachteiligung von Jungen in der Schule auf eine wissenschaftlich fundierte Grundlage gestellt werden. Mögliche Gründe für die – im Vergleich zu Mädchen – ungünstigeren Bildungskarrieren von Jungen werden dazu im Rahmen des Forschungsansatzes von „Schulischer Entwicklung als Identitätsentwicklung im Kindes- und Jugendalter" theoretisch integriert und einer empirischen Prüfung zugefügt. Es sollen in Abhängigkeit der Ergebnisse pädagogisch-psychologische Interventionen in ihrer Wirksamkeit für die Optimierung der Bildungsbeteiligung und des Zertifikaterwerbs bei männlichen Schülern geprüft werden.&&& Studien unseres Vorgängerprojektes, in dem mögliche Gründe für die - im Vergleich zu Mädchen - ungünstigeren Bildungskarrieren von Jungen untersucht wurden, zeigten, dass Jungen auf das "Stereotyp vom männlichen Bildungsverlierer" mit Leistungseinbußen in weiblich konnotierten Schulfächern reagieren und dass es vor allem explizite, gezielte Inszenierungen von Maskulinität sind, aufgrund derer Jungen mit schulischen Anforderungen in Konflikt geraten. Im Fortsetzungsprojekt wird die bewusste Selbstdarstellung als männlich ("acting male") in seinen verschiedenen Facetten beschrieben und in seinen Auswirkungen auf schulische Motivation und Leistung untersucht. Studien zu zwei Teilaspekten von acting male sind geplant: Bemühen von Jungen, den Anschein von schulischer Anstrengung zu vermeiden und zum Bestreben von Jungen, sich als autonome Lerner darzustellen. In weiteren Studien sollen Treatments erprobt werden, die in schulische Interventionen übersetzt werden könnten und darauf abzielen, acting male im Schulkontext für Jungen psychologisch überflüssig zu machen oder aber die negativen Auswirkungen von acting male auf die schulische Motivation und Leistung von Jungen zu verhindern.
Projektdetails
- Projektart
- Forschungsprojekt
- Fachgruppe
- Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Fachliche Zuordnung
- Entwicklungspsychologie
- Fachliche Zuordnung 2
- Pädagogische Psychologie
- Beginn
- 01.07.2011
- Ende
- 7/31/2015
- Finanzierung
- Deutsche Forschungsgemeinschaft - Sachbeihilfe
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Erziehungswissenschaft und Psychologie
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung
Projektteam
- Mitarbeiter*innen
- Dr. phil. Martin Latsch, Dipl.-Psych. Anke Heyder
Kontakt
- Homepage 2
- ewi-psy.fu-berlin.de
Schlagwörter
Bildungsbeteiligung; Bildungschancen; Bildungsplanung; Bildungssystem; Bildungsverhalten; Bildungswesen; Deutschland; Geschlecht; Geschlechterforschung; Jungen; Lernen; Mädchen; Pädagogik, Erziehungswissenschaften; Schule ; Boys; Education Planning; Education System; Educational Behaviour; Educational Participation; Educational System; Equality of Opportunity in Education; Gender; Gender Studies; Germany; Girls; Learning; Pedagogy, Educational Sciences; School