Männlicheit(en) und AIDS in Kapstadt, Südafrika
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Obwohl Männer im südlichen Afrika knapp 50% der HIV-Infizierten ausmachen, gibt es kaum umfassende ethnografische Studien über diese Region, die sich mit dem Thema "Männlichkeit und AIDS" beschäftigen. Dieses Forschungsprojekt untersucht, wie Männer im urbanen Südafrika ihre Geschlechtsidentität und ihre Sexualität konstruieren und welche Zusammenhänge zwischen diesen Konstruktionen und der wachsenden HIV/AIDS-Epidemie sowie der sozialen, ökonomischen und kulturellen Transformation des Post-Apartheid-Südafrika bestehen. Das Vorhaben geht davon aus, dass Geschlechtsidentitäten durch historisch gewachsene, gesellschaftlich und kulturelle Konditionen geprägt werden. Es folgt die Annahme, dass es innerhalb einer Gesellschaft unterschiedliche Vorstellungen von Männlichkeit gibt, die sich auch auf individuelle Lebenszusammenhänge verschieden auswirken. Es wird eine Feldforschug in Kapstadt durchgeführt. Untersucht werden Männlichkeitskonstruktionen und Konzepte männlicher Sexualität unter drei verschiedenen Gruppen von Männern, deren Perspektiven nach religiöser und ethnischer Zugehörigkeit, nach Heiratsstatus, Alter und sozioökonomischem Hintergrund weiter differenziert werden. Fragestellung bilden die familiären Lebenssituationen der Männer, ihre Konzeptionen von Geschlechterverhältnissen und ihr Umgang mit Sexualität, und schließlich der individuelle und kollektive Umgang mit AIDS-Erkrankungen und Sterben. Indem das Projekt weitere ergänzende Erhebungen in Nicht- Regierungs-Organisationen durchführt, werden Vorschläge entwickelt, wie unterschiedliche Gruppen von Männern künftig besser von AIDS-Kampagnen angesprochen werden können. Zudem entsteht aus der Verknüpfung dieser unterschiedlichen Themenkomplexe eine Ethnographie über Männlichkeiten und männliche Sexualität, die den gegenwärtigen Transformationen in Südafrika gerecht wird, ebenso den Wandlungsprozessen einer globalisierten Welt, die nicht zuletzt durch die AIDS-Epidemie gespiegelt wird.
Projektdetails
- Projektart
- Forschungsprojekt
- Fachgruppe
- Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Fachliche Zuordnung
- Medizinethnologie
- Beginn
- Juli 2007
- Ende
- März 2012
- Finanzierung
- Deutsche Forschungsgemeinschaft - Sachbeihilfe
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Politik- und Sozialwissenschaften
- Institut/Seminar
- Institut für Sozial- und Kulturanthropologie
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Medical Anthropology
Projektteam
- Leitung
- Prof. Dr. Hansjörg Dilger
- Mitarbeiter*innen
- M.A. Hanspeter Reihling
Kontakt
- Homepage 2
- polsoz.fu-berlin.de
Schlagwörter
(AIDS) Erworbenes Immundefektsyndrom; Ethnologie; Geschlecht; Geschlechterforschung; Gesellschaft; HIV-Forschung; Humanmedizin; Immunsystem; Infektionskrankheit; Kapstadt; Männer; Sexualität; Südafrika;
Forschende
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Prof. Dr. Hansjörg Dilger
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