Love Works. Künstlerpaare im 19. und 20. Jahrhundert
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Künstlerpaare aus dem späten 20. Jahrhundert inszenieren die Verflechtung von Arbeit und Beziehung paradigmatisch. Sie verweisen damit nicht nur auf veränderte Geschlechterverhältnisse, sondern auch auf ein historisch verändertes Verständnis von Arbeit, Kunst und Selbst. Gleichzeitig entsprechen sie mit der Engführung von Arbeit und Beziehung dem romantischen Ideal von Verschmelzung und Autarkie auf gleich doppelte Weise. So ist es nicht verwunderlich, dass Künstlerpaaren häufig unterstellt wird, ihre Gefühle füreinander seien besonders intensiv und leidenschaftlich. Mein Projekt setzt genau an diesem Punkt an, um gerade aber jene Vorannahme der besonderen Gefühlsintensität zu hinterfragen. Dabei gehe ich davon aus, dass das, was Liebe ist und sie ausmacht, von gesellschaftlichen und historischen Bedingungen abhängt. Über die Geschichte der Liebe und der Arbeit lassen sich spezifische Modi der Subjektkonstitution und der sozialen Nahbeziehungen in den Blick nehmen. So wird nach dem Verhältnis von Liebe, Arbeit und Kunst im 19. und 20. Jahrhundert gefragt. Beziehungen werden nicht einfach als Repräsentationen von bestehenden Geschlechterverhältnissen verstanden werden, sondern in ihrer performativen Dimension betrachtet. Im Gegensatz zu anderen Paaren können Künstlerpaare ihre Beziehungen explizit zum Gegenstand ihrer Arbeit machen. Innerhalb meines Projekts sollen jedoch nicht nur solche Paare in den Fokus geraten, die gemeinsame Kunstwerke schaffen, sondern auch diejenigen, die sich künstlerisch im selben Feld bewegen wie Hannah Höch & Raoul Hausmann oder auch Paula Modersohn-Becker & Otto Modersohn. Ebenfalls wichtig scheint ein Blick auf Paare wie etwa Alfred Stieglitz & Georgia O’Keeffe und Max Ernst & Dorothea Tanning, bei denen der andere ganz offensichtlich Teil der eigenen künstlerischen Arbeit wird und umgekehrt. Der Fokus liegt damit auf dem Feld der visuellen Künste. Denn Visualität soll auch methodologisch in den Blick geraten. Neben Tagebüchern und Briefwechseln werden Fotografien und Kunstwerke als Quellen betrachtet und als ‘Bildakte’ (Bredekamp) verstanden. Liebe, so soll in dem Projekt gezeigt werden, kann in diesem Sinne als performativer Akt definiert werden, der über die Generierung von Bildern und in der künstlerischen Arbeit konstituiert und de/stabilisiert wird.
Projektdetails
- Projektart
- Forschungsprojekt
- Fachgruppe
- Sprach- und Kulturwissenschaften
- Beginn
- 2014
- Ende
- 2017
- Finanzierung
- DFG-Zukunftskonzept
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Geschichts- und Kulturwissenschaften
- Institut/Seminar
- Institut für Theaterwissenschaft
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Junior Research Groups (JRG) - Beziehungsdynamiken in den Künsten
Projektteam
- Leitung
- Dr. Magdalena Beljan
Kontakt
- Homepage 2
- kunst-paare.de
Schlagwörter
Bildende Kunst; Bildende Künstler; Bildende Künstlerinnen; Diversität; Geschlechterforschung; Sexualität; Zwischenmenschliche Beziehungen