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Portal „Datensammlungen Geschlechterforschung”

Chinesische Frauen inner- und außerhalb diasporischer Netzwerke. Formen wirtschaftlicher Wiederaneignung und der Aufbau neuer sozialer Netzwerke

Abgeschlossen

Kurzbeschreibung

Dieses Projekt untersucht die Partizipation chinesischer Migrantinnen in den wirtschaftlichen Netzwerken der chinesischen Diaspora in Mexiko-Stadt. Dabei verstehen wir Diaspora als ein Strukturgebilde, in dem verschiedene Netzwerke (soziale, wirtschaftliche, politische, aber auch globale, transnationale und lokale...) miteinander in Verbindung stehen. Durch die Analyse derjenigen Punkte, in welchen sich diese verschiedenen Netzwerke treffen, wollen wir die Transformation lokaler und globaler Dynamiken verstehen, die im Zuge von Migrationsprozessen entstehen. Unser analytischer Rahmen basiert in Teilen auf der Vorstellung des ""Aufbaus einer transnationalen Stadt"". Diese kann als eine Reihung urbaner Räume definiert werden, die sich in den Migrationsbewegungen, den Kommunikationsmodi und den wirtschaftlichen Verbindungen äußern, welche zwischen den verschiedenen Räumen entstehen. Unser Ziel ist herauszufinden, wie diese Migrationsprozesse und ihre besonderen Verankerungsmechanismen innerhalb der lokalen Dynamiken sowohl die lokalen Räume als auch ihre globalen und transnationalen Verbindungen beeinflussen und verändern. Obwohl das Wissen um die Existenz diasporischer Vernetzungen für unsere Untersuchung fundamental ist, ist das Ziel, ganz bestimmte Akteure innerhalb dieses diasporischen Systems zu finden, nämlich jene, die versuchen, dieses zu überwinden oder sich ihm zu entziehen und die hierdurch wiederum neue, eigene Netzwerke ausdehnen und in den Zwischenräumen - die sich zwischen den verschiedenen schon existenten Netzwerken befinden – Verbindungen mit den lokalen Akteuren und Dynamiken aufbauen. Aus den dabei gewonnenen Erkenntnissen und mit Blick auf Gender-Fragen ist unsere Hypothese, dass die chinesischen Frauen, die auswandern, heutzutage einen äußerst wichtigen Anteil daran haben, dass und wie die Dynamiken der globalen Netzwerke und ihre jeweiligen lokal verankerten Räumen transformiert werden. Die chinesischen Migrantinnen haben begonnen, Wege zu gehen, die anders als diejenigen sind, welche von den traditionellen Netzwerken der Diaspora genutzt und aufgebaut wurden. Indem sie über die gewöhnlichen Netzwerke hinausgehende, innovative Formen der sozialen Reproduktion und der Bemächtigung suchen, indem sie in die lokalen Dynamiken eingreifen, haben diese Frauen neue Verbindungsformen zwischen den Empfängergesellschaften und den diasporischen Netzwerken geschaffen. Wir werden also zu verstehen versuchen, wie sich dieser Wandel vollzogen hat und dabei zum einen die Transformationen in den Macht- und Geschlechterstrukturen ermitteln, welche in der Diaspora und der Empfängergesellschaft herrschen. Zum anderen wollen wir die (sozialen und wirtschaftlichen) Möglichkeiten herausstellen, die in diesen Strukturen verankert sind, jedoch immer auch in Hinblick darauf, die Wirkung zu verstehen, welche dieser Wandel auf die lokalen Räume und die lokalen wirtschaftlichen Dynamiken hatte.

Projektdetails

Projektart
Post-Doc-Projekt
Fachgruppe
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Beginn
2017
Ende
2019

Einrichtung

Fachbereich/Zentralinstitut
Lateinamerika-Institut
Fachgebiet/Arbeitsbereich
Kultur- und Sozialanthropologie Lateinamerikas

Projektteam

Forschende