Relation Work. Beziehungskonstellationen bei Marina Abramovic & Ulay
LaufendKurzbeschreibung
Die Arbeiten des Performance-Paares Marina Abramović und Ulay (Frank Uwe Laysiepen), die in der Zeit von 1976 bis 1988 in einer ‚Symbiose’ von Privatleben und Beruf entstanden sind, können als radikale Bearbeitungen, Befragungen und Erforschung von Beziehungsdynamiken auf unterschiedlichsten Ebenen gesehen werden. In einer übergreifenden ästhetischen wie sozial-politischen Perspektive verhandeln diese Arbeiten – welche zu jenen gezählt werden können, mit denen die performative Wende in den Künsten vollzogen wurde – in exemplarischer und zugleich einzigartiger Weise die für ihre Zeit brisanten Fragen von Identität und Differenz im Zuge postmoderner und poststrukturalistischer Identitätskonzepte. Das Projekt widmet sich einer eingehenden Untersuchung der performativen Hervorbringungen von Beziehungen in den Arbeiten des Paares. Eine zentrale Rolle spielt hier die mittlerweile legendäre Projektreihe der Relation Work (1976/1977), in welcher sich die beiden in sehr formalisierten Aktionsrahmen und mit starkem körperlichem Einsatz an die Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit führen. An Hand dieser ebenso wie späterer Arbeiten – u.v.a. Rest Energy (1979), The Brink (1979), Nightsea Crossing (1981-86) und (nicht) zuletzt The Lovers. The Great Wall Walk (1988) –, wird gefragt, welche verschiedenen Beziehungskonstellationen je speziell ausgehandelt werden und inwiefern die hier erscheinenden (De-)Figurationen auf traditionelle Beziehungsmodelle rekurrieren (wie der romantischen Liebe, der biologischen Verwandtschaft, der Freundschaft, der Arbeitsbeziehung etc.) bzw. diese dekonstruieren. Dabei soll dem im Laufe ihres Schaffens zunehmend in den Vordergrund rückenden Aspekt des Bildhaften und damit einer dezidiert intermedialen Inszenierungspraxis zwischen Performance, Fotografie, Video und Bildender Kunst nachgegangen werden: Inwiefern bleibt jede Form der performativen Hervorbringung von Beziehung als ‚Symbiose’ stets an Wahrnehmung, Perspektive, Imagination und images gebunden? Welche spezifischen Qualitäten entfaltet die Darstellung von Beziehung im Spannungsfeld von stillgestellter Bildhaftigkeit und flüchtiger Performance? Obgleich die Arbeiten von Abramović und Ulay das Zentrum der Untersuchung bilden, arbeitet das Projekt daran, Verbindungslinien zum kulturhistorischen, sozial-politischen und philosophischen Kontext herauszupräparieren. Zugleich sollen exemplarisch vergleichende Perspektiven auf Projekte anderer Kunst-Duos von den 1960ern bis in die Gegenwart aufgezeigt werden.
Projektdetails
- Projektart
- Forschungsprojekt
- Fachgruppe
- Sprach- und Kulturwissenschaften
- Finanzierung
- DFG-Zukunftskonzept
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Geschichts- und Kulturwissenschaften
- Institut/Seminar
- Institut für Theaterwissenschaft
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Junior Research Groups (JRG) - Beziehungsdynamiken in den Künsten
Projektteam
- Leitung
- Maxi Grotkopp (WiMi)
Kontakt
- Homepage 2
- kunst-paare.de
Schlagwörter
Bildende Kunst; Bildende Künstler; Bildende Künstlerinnen; Diversität; Geschlechterforschung; Sexualität; Zwischenmenschliche Beziehungen ; Diversity; Fine Artists; Fine Arts; Gender Studies; Sexualitiy; Social Relations
Forschende
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Maxi Grotkopp (WiMi)
Ehemalig