Kriegserfahrungen von Frauen im Rotkreuzdienst während des Ersten Weltkrieges am Beispiel der autobiographischen Texte der Adrienne Thomas.
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Ziel des Projektes ist es, den Kriegsalltag von Frauen mehrperspektivisch zu untersuchen. Zu diesem Zweck werden Texte von Frauen, die im Ersten Weltkrieg entstanden sind, mit der literarischen Verarbeitung des Krieges um 1930 verglichen. Ausgangspunkt bildet das Tagebuch der Adrienne Thomas aus den Jahren 1915/16 sowie ihr 1930 publizierter Roman „Die Katrin wird Soldat“, in der die Autorin ihre autobiographischen Aufzeichnungen als Vorlage verwendete, mit dem sie literarischen Weltruhm erlangte. Das besondere an ihren autobiographischen Schriften ist, dass sie aus der Perspektive einer Rotkreuzhelferin/ Krankenschwester schreibt und somit zwischen den „Kulturen“ (Krieg/ Frieden, Front/ Heimatfront, Mann/ Frau) steht. Für den Vergleich werden Texte von Frauen herangezogen, die den Krieg in einer ähnlichen sozialen Position, wie Adrienne Thomas, erlebt haben. Mit verschiedenen Untersuchungsebenen verfolgt das Forschungsvorhaben den Anspruch, den Alltag im Krieg als Rotkreuzhelferin/ Krankenschwester in seiner Komplexität und Widersprüchlichkeit darzustellen. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zu Prozessen der weiblichen Identitätskonstruktion und zum Thema Kriegserfahrung, -wahrnehmung und -erinnerung. Das Vorhaben ist mit seinen historischen, literaturwissenschaftlichen und geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen interdisziplinär ausgerichtet.
Projektdetails
- Projektart
- Dissertation
- Fachgruppe
- Sprach- und Kulturwissenschaften
- Fachliche Zuordnung
- Geschichte
- Beginn
- 2008
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Geschichts- und Kulturwissenschaften
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- DFG-Forschergruppe 530: Selbstzeugnisse in transkultureller Perspektive
Projektteam
- Leitung
- Sophie Häusner
Forschende
-
Sophie Häusner
Ehemalig