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Portal „Datensammlungen Geschlechterforschung”

Effekte und Moderatoren von Stereotype threat in Wortschatz-Lernsituationen von türkischstämmigen Schülerinnen und Schülern an Grund- und weiterführenden Schulen

Laufend

Kurzbeschreibung

Stereotype threat (ST) beschreibt die Situation, dass das Wissen um ein negatives Stereotyp über eine Gruppe, zu der man gehört (z.B. Ethnie, Geschlecht), die Bedrohung auslöst, dieses Stereotyp selbst zu bestätigen. In einer Vielzahl von Studien wurde gezeigt, dass ST, bei ansonsten gleichen Leistungsvoraussetzungen, zu Leistungseinbußen führt. Ungeklärt ist bisher jedoch, ob dieser Effekt nicht nur in Leistungs-, sondern bereits in Lernsituationen wirkt. Weiter ist unklar, ob ST zu einer Erklärung beitragen kann, warum türkischstämmige Schülerinnen und Schüler (SuS), eine Gruppe von SuS, die mit besonders negativen Leistungsstereotypen konfrontiert ist, im Deutschen im Mittel ein geringes Sprachkompetenzniveau erreichen. Schließlich liegen bisher kaum Studien zu SuS- und lehrkraftseitigen Merkmalen vor, die die Wirkung von ST in Lernsituationen moderieren. In dem beantragten Forschungsvorhaben sollen in Erweiterung bisheriger Forschung impliziter (subtiler) und expliziter (direkter) ST in einer wortschatzbezogenen Lernsituation (statt Leistungssituation) betrachtet werden. Merkmale von deutschen und türkischstämmigen SuS (Stärke der Identifikation mit Schule, mit sprachlicher Kompetenz, mit Aufnahme- und ggf. Herkunftskultur) und Lehrkräften (ethnische Zugehörigkeit, persönliche Theorien über die Ursachen der Unterschiede im Lernerfolg zwischen deutsch- und türkischstämmigen SuS, Aussprechen einer Ermutigung in einer ST-Situation) sollen als potentielle Moderatoren der Wirkung von ST untersucht werden. Dabei werden zwei unterschiedliche Altersgruppen (Kinder in der 4. und Jugendliche in der 8. Klassenstufe) und SuS unterschiedlicher Schulformen (Grundschule, Sekundar-/Gesamtschule, Gymnasium) betrachtet und relevante Merkmale von ST-Mechanismen während der Lernphase miterfasst. Es werden experimentelle Studiendesigns gewählt, die durch den Vergleich mehrerer Interventionsbedingungen beim Wortschatzlernen kausale Schlussfolgerungen zulassen und die Entwicklung von Interventionen vorbereiten können, durch die der Wortschatzerwerb im Deutschen bei türkischstämmigen Kindern und Jugendlichen in der Schule gefördert werden kann.

Projektdetails

Projektart
Forschungsprojekt
Fachgruppe
Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Beginn
2018
Ende
2021
Finanzierung
DFG

Einrichtung

Fachbereich/Zentralinstitut
Erziehungswissenschaft und Psychologie
Institut/Seminar
Psychologie
Fachgebiet/Arbeitsbereich
Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung

Projektteam

Mitarbeiter*innen
Prof. Dr. Nele McElvany (Universität Dortmund); Prof. Dr. Lysann Zander (Universität Hannover)

Kontakt

Forschende