Gender. Macht. Essen – Forderungen und Handlungen von Frauen in Ernährungsbewegungen in Deutschland
AbgeschlossenKurzbeschreibung
Das moderne Ernährungssystem spielt eine bedeutende Rolle in der muliidimensionalen globalen Krise. Ernährungsbewegungen stellen die gegenwärtige Ernährungspolitik kritisch in Frage und fordern ein demokratischeres, gerechteres und nachhaltigeres System, indem sie für eine signifikante sozio-ökologische Transformation eintreten. Sie mobilisieren nicht nur für das Recht auf Nahrung und mehr Nachhaltigkeit, sondern fordern auch eine (radikale) Veränderung der Art und Weise, wie Nahrung produziert, verteilt, verarbeitet und konsumiert wird. Sie fordern eine Agrar- und Ernährunsgwende und kritisieren intersektionale und strukturelle Ungleichheiten. In den Lebensmittelbewegungen wächst das Bewusstsein für Feminismus und geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten, was sich in neueren sozialen Innovationen zeigt, die Geschlechterfragen aufgreifen. In meinem Dissertationsprojekt möchte ich herausfinden, wie die Kategorie Gender in Ernährungsbewegungen mobilisiert wird und welche unterschiedlichen Forderungen und Handlungen im öffentlichen Raum diskutiert werden. Frauen spielen eine bedeutende Rolle in der sozial-ökologischen Transformation und sind oft Vorreiterinnen für Innovationen und Veränderungen in der Lebensmittelproduktion und im Konsum. Um die Forderungen und Repertoires von Frauen in Ernährungsbewegungen zu analysieren, arbeite ich mit zwei Fallstudien: dem Berliner Ernährungsrat und dem LandFrauen Verband. Beide Initiativen sind wichtige Akteure in der aktuellen Ernährungspolitik in Deutschland und eignen sich daher für eine vergleichende Analyse. Sie artikulieren kollektives Handeln auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene und beteiligen sich aktiv an der Debatte über Probleme und Alternativen für die Zukunft des Ernährungssystems. Insbesondere die Unterschiede zwischen den politischen Subjekten, Forderungen und Repertoires in Bezug auf Skalen (Urbanität und Ländlichkeit/lokal und regional), Sphären (digital und analog), strukturelle Kräfte (wirtschaftlich, politisch, kulturell, epistemisch, ökologisch, sozial) und Intersektionalität (Klasse, Race, Gender, Nationalität, More-than-human) sind für die Forschung relevant. Das Projekt wendet ein Mixed-Methods-Design an. Es kombiniert quantitative und qualitative Methoden; digitale Ethnographie, Inhaltsanalyse und halbstrukturierte Interviews.
Projektdetails
- Projektart
- Dissertation
- Fachgruppe
- Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Einrichtung
- Fachbereich/Zentralinstitut
- Lateinamerika-Institut
- Fachgebiet/Arbeitsbereich
- Politikwissenschaft/Geschlechterforschung
Projektteam
- Leitung
- Lea Zentgraf (WiMi)
Forschende
-
Lea Zentgraf (WiMi)
Ehemalig